US-Energielobby manipuliert Wahl zum Vorsitz der UN-Klimakommission
Quelle: Greenpeace
(23.04.2002) Die vereinte Lobbyarbeit der US-Energieindustrie, allen voran der Ölmulti ExxonMobil, war erfolgreich. Bei der Wahl zum Vorsitzenden des "Intergovernmental Panel on Climate Change (IPCC)" wurde der bisherige Vorsitzende Robert T. Watson aus Großbritannien abgewählt. Sein vehementes Engagement für eine Verringerung der Treibhausgas-Emissionen in den Industrieländern brachte ihn in Konflikt mit der US-Energieindustrie.

Die USA hatten auf Druck der Öllobby Anfang des Monats mit dem Inder Rjenda K. Pachauri einen neuen Kandidaten aufgestellt. Es folgte eine massive Lobbyarbeit von ExxonMobil und anderen Energieunternehmen sowie der OPEC-Länder. Viele Entwicklungsländer nahmen dazu die Gelegenheit wahr, mit dem Inder einen "aus ihrer Mitte" zu unterstützen. Pachauri wurde am Freitag in Genf zum neuen Vorsitzenden der UN-Kommission gewählt.

Als langjähriger Direktor des Tata Energy Research Instituts in Neu-Delhi verfügt Pachauri über das technische Wissen zur Verringerung von Emissionen. Allerdings steht der Inder in dem Ruf, weniger Forderungen an die Industrie zu stellen als sein Vorgänger Watson. Die meisten Experten erwarten, dass sich an der Aussage des IPCC zur Klimaerwärmung generell nichts ändert. Vermutlich wird den Forderungen des Gremiums unter dem industrienahen Pachauri wohl weniger Nachdruck verliehen werden.

"Die Ölindustrie und die US-Regierung werden die Abwahl von Bob Watson als Erfolg feiern, einem erfahrenen Wissenschaftler der verstand, dass sofortige Maßnahmen nötig sind um die globale Klimaveränderung zu bekämpfen", kommentierte Kate Hampton, internationale Klima-Koordinatorin von "Friends of the Earth", das Geschehen.

Kommentar:
Da nach den Auswertungen der Wetterdaten der letzten Jahre ausgerechnet der mittlere Westen der USA mit seinen Wirbelstürmen eines jener Gebiete ist, welche am stärksten von Treibhauseffekt und Klimawandel betroffen sind, scheint der US-Regierung das Wohl der eigenen Bürger ebenso egal zu sein wie die weltweiten Folgen ihres Handelns.

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