US-Studie: 6.000 Todesfälle durch Stromkraftwerke
Acht Stromriesen werden für schädliche Emissionen verantwortlich gemacht
Quelle: Pressetext Deutschland
(22.04.2002) Im Jahr 2007 werden voraussichtlich 6.000 Todesfälle auf die schädlichen Emissionen von mehr als 80 Kraftwerken von acht US-Energieerzeugern zurückzuführen sein. Ein Bericht von Abt Associates Inc., einer technischen Beratungsfirma u.a. der US-Regierung, macht konkret American Electricity Power, Cinergy, Duke, Dynergy, First Energy, SIGECO, Southern Company und Tennessee Valley Authority für erhebliche Gesundheitsschäden verantwortlich. Versorgungsbetriebe zweifeln laut einem Bericht der New York Times an der Glaubwürdigkeit der Studie.

Laut der Analyse soll es zusätzlich zu den 6.000 vorzeitigen Todesfällen zu 140.000 Asthma-Anfällen bzw. 14.000 Bronchitis-Erkrankungen jährlich kommen. Als Luftverschmutzungs-Ursache nennt die Studie feine Schwefeldioxid- und Stickoxid-Partikel, die zu Schäden im Respirationstrakt führen sollen. "Wir nehmen eingehende Vorwürfe von auftretenden gesundheitlichen Schäden sehr ernst", meinte der für Umwelt zuständige Bereichsleiter Quinn Shea vom Edison Electric Institute. Man habe aber bereits Erfahrung mit den Autoren der Studie, mit ihrem Datenbestand und ihrer Erhebungsmethode. "Ihre Arbeit ist vermutlich unglaubwürdig", so Shea.

Die belasteten Energieunternehmen seien bereits 1999 und 2000 vom US-Justizministerium wegen des Verstoßes gegen das Gesetz zur Luftreinheit gemahnt worden. Laut Eric V. Schaeffer , ehemaliger Leiter der Umweltbehörde EPA (Environmental Protection Agency), ist die US-Regierung an der Umsetzung des Gesetzes gescheitert. Er trat aufgrund der Umweltpolitik Washingtons zurück. Die Regierung Bushs stellte Schaeffer zufolge den Stromerzeugern in Aussicht, das Gesetz zur Luftreinheit abzuschwächen.