Bewaffnete Übergriffe gegen Wissenschaftler und Umweltschützer
Quelle: Greenpeace
(22.04.2002) Einer Kampagne der Einschüchterung sind Umweltschützer auf den Philippinen ausgesetzt. Nach bewaffneten Übergriffen und Drohungen gegen deutsche und philippinische Wissenschaftler ist die Situation auf den Inseln Panay und Negros angespannt. "Wir haben Patronenhülsen und erschossene Nashornvögel aufgereiht vor der Station gefunden", sagte Eberhard Curio, Biologe von der Ruhr-Universität in Bochum und Leiter des deutschen Arten- und Naturschutzprojekts PESCP (Philippine Endemic Species Conservation Project), über die Situation auf Panay. Auf Negros sei es sogar noch gefährlicher, dort kam es im Februar zu einem nächtlichen Angriff von rund 100 stark bewaffneten Männern auf Umweltschützer.

Die Inselgruppe, auf der die Wissenschaftler arbeiten, gehört zu den Gebieten mit der größten Artenvielfalt der Erde. Seit 1995 betreibt das deutsche Arten- und Naturschutzprojekt PESCP eine Station auf der philippinischen Insel Panay. Die Umweltschützer überwachen die Entwicklung bedrohter Tierarten und engagieren sich in Kampagnen gegen Abholzung und Jagd auf die gefährdeten Arten. Außerdem zeigen sie den Menschen vor Ort, wie sie mit alternativen, waldfreundlichen Methoden ihren Lebensunterhalt bestreiten können, zum Beispiel mit dem Anbau von Bananen oder Hühnerzucht.

Von den philippinischen Behörden werden Arten- und Naturschutzprojekte generell gut unterstützt. In den Wäldern jedoch kommt es zu Spannungen. "Wir wissen, dass wir Feinde unter einigen einheimischen Familien haben. Sie haben versucht, Wilderer ins Team zu schmuggeln, allerdings ohne Erfolg", so Eberhard Curio. Noch sei das PESCP-Team auf Panay nicht angegriffen worden, aber die Drohungen und die angespannte Situation auf Nachbarinseln wie Negros machen ihm große Sorgen.