| Beginn der europaweiten fischfreien Woche zum Schutz von Walen und Delfinen |
| Quelle: Die grüne Presseagentur |
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(22.04.2002) Die Gesellschaft zur Rettung der Delphine (GRD) ruft gemeinsam mit anderen europäischen Organisationen
dazu auf, vom 22. bis 28. April auf Fischprodukte zu verzichten. Mit dieser Aktion wollen die
Naturschutzorganisationen ihre Forderungen an die EU zur Reduzierung des Beifangs von Meeressäugern in
der Fischerei untermauern.
"Der Pro-Kopf-Verbrauch von Fischerzeugnissen stieg in Deutschland von 13,7 kg im Jahr 2000 auf 14 kg im vergangenen Jahr. Dies ist eindeutig zu viel, sowohl für die hoffnungslos überfischten Fischbestände als auch für Wale und Delfine", begründet die GRD die Initiative. Jedes Jahr verenden Tausende Wale und Delfine sinnlos und qualvoll als Beifang in riesigen, unselektiven Netzen, wie beispielsweise Gespannschleppnetzen. Jüngstes Beispiel für den hohen Blutzoll ist die Strandung von über 300 toten Delfinen an der französischen Atlantikküste, die nachweislich in Fischernetzen ums Leben kamen. Anlässlich der diesjährigen Überarbeitung der Gemeinsamen Fischereipolitik verlangt die GRD von den EU-Kommissaren Franz Fischler (Landwirtschaft, Fischerei) und Margot Wallström (Umwelt), schnellst möglich Schritte zur Reduzierung des Beifangs einzuleiten. Darunter fällt der Einsatz unabhängiger Beobachter an Bord der Fischerboote, der obligatorische Einsatz von nachweislich den Beifang reduzierendem Fanggerät, wie beispielsweise Pingern oder akustisch reflektierenden Netzen, sowie die ganzjährige oder zeitweise Schließung bestimmter Fanggebiete und ein Verbot von Gespanntrawlern. Noch immer spielen wirtschaftliche und politische Überlegungen in der Fischereipolitik eine größere Rolle als Umwelt- und Naturschutz. Umgekehrt können europäische Verbraucher aber auch deutlich machen, dass es wirtschaftliche und politische Folgen haben wird, wenn Politiker und Fischverarbeitungsindustrie nichts für den Schutz von Meeressäugern unternehmen. "Verbraucherdruck kann Wandel bewirken! Bestes Beispiel ist das von uns seit 1993 in Deutschland durchgeführte Tunfisch-Kontrollprogramm, unter dem sich Fischer und Händler verpflichten, keinen mit Treibnetzen oder durch Umkreisen von Delfinen gefangenen Tunfisch anzubieten. Mittlerweile gelten über 95 Prozent der in Deutschland angebotenen und auf unserer Verbraucher-Liste verzeichneten Tunfischprodukte als delfinsicher", erklärt die GRD. |