Weltweite Pottwalpopulation wesentlich kleiner als erwartet
Quelle: Greenpeace
In den Weltmeeren tummeln sich weit weniger Pottwale als bislang vermutet. Auf einer wissenschaftlichen Veranstaltung zum Thema "Pottwale und die Waljagd" am Mittwoch in München stellte der renommierte kanadische Walforscher Dr. Hal Whitehead von der Dalhousie Universität neueste Bestandszahlen vor. Laut Whitehead dürften nur rund 360.000 Exemplare des größten Zahnwals der Welt die Ozeane bewohnen. Diese Zahl weicht eklatant von den fast zwei Millionen Pottwalen ab, die nach Aussage der japanischen Walfanglobby die Meere bevölkern sollen.

Greenpeace hielt die Angaben der japanischen Walfänger schon immer für "viel zu hoch gegriffen". Doch unabhängig davon, ob man nun verlässliche Zahlen habe, müssen die Pottwale unbedingt geschützt werden, sagt der Greenpeace-Walexperte Thilo Maack. Die zunehmende Meeresverschmutzung sowie der stark ansteigende Unterwasserlärm mache den Walen ohnehin schon zu schaffen. In den Körpern der Pottwalen sammelt sich so viel Quecksilber an, dass das Fleisch für den menschlichen Verzehr ungeeignet ist.

Die Meeressäuger genießen seit Inkrafttreten des Internationalen Walfangmoratoriums 1986 den Schutz der Internationalen Walfangkommission (IWC). Dennoch hatte Japan bis 1988 Jagd auf die Unterwasserriesen gemacht. Seit 2000 machen stellen die japanische Walfänger den Pottwalen erneut nach, nennen es aber "wissenschaftliche Forschung". Denn einzig zu Forschungszwecken läßt das Walfangverbot noch das Töten der Meeresbewohner zu. Dass ein Pottwal auf dem japanischen Markt bis zu 100.000 US-Dollar einbringen kann und dabei hauptsächlich der Geschmack des gegarten Fleisches erforscht wird ist da sicherlich nur ein netter "Nebeneffekt" der "wissenschaftlichen Forschung".