Gentechnik kein Mittel gegen Hunger
Quelle: Greenpeace
Der überwiegende Anteil der gentechnischen Manipulationen am Erbgut von Nutzpflanzen dient nicht der Steigerung des Ertrags, sondern der Entwicklung von Resistenzen gegen Pflanzenschutzmittel und Krankheiten. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue UN-Studie, die am Dienstag in Genf veröffentlicht wurde. Fazit der Wissenschaftler: Die derzeit in Freilandversuchen getesteten Gentech-Pflanzen sind nicht in der Lage, die Nahrungsmittelversorgung in Entwicklungsländern zu verbessern.

Nur 12,5 Prozent der Feldversuche mit gentechnisch veränderten Pflanzen haben in Europa eine Verbesserung des Nettoertrags zum Ziel, in den USA sind es nur 25 Prozent. Die großen Agro-Konzerne entwickeln stattdessen vor allem Resistenzen gegen hauseigene Herbizide. Die Strategie von Monsanto und Co. ist klar: In Zukunft soll das Gen-Saatgut im Kombipack mit Pflanzenschutzmitteln an die Landwirte verkauft werden.

So profitieren nicht die Bauern oder die Entwicklungsländer von der "Grünen Gentechnik", sondern vor allem die Aktionäre der Biotechnologie-Giganten. "Die derzeitigen Produkte, die gegen Pestizide unempfindlich gemacht und in die Giftstoffe gegen Insekten eingebaut wurden, bringen Umwelt und Verbrauchern keinerlei Nutzen", sagte Brigitte Behrens, Geschäftsführerin von Greenpeace Deutschland, im Februar vor dem Deutschen Bauerntag. Greenpeace fordert deshalb den völligen Verzicht auf Gen-Pflanzen und propagiert stattdessen den massiven Ausbau der ökologischen Landwirtschaft.