Große Gesundheitsrisiken für Kinder
Quelle: Greenpeace
(17.04.2002) Die Weltgesundheitsorganisation WHO und die Europäische Umweltagentur EEA warnen vor erhöhten Gesundheitsrisiken, denen Kinder in Europa ausgesetzt sind. Der Bericht von WHO und EEA wurde gestern bei der Eröffnung der "Green Week" in Brüssel vorgestellt. Ihm zufolge treffen 40 Prozent aller Erkrankungen weltweit, die durch Umweltfaktoren hervorgerufen werden, Kinder unter fünf Jahren.

Kinder sind besonders anfällig für Umweltgefahren, da sich ihr Organismus noch im Aufbau befindet. Sie reagieren äußerst empfindlich auf spezifische Chemikalien und nehmen durch Mundkontakt mit Spielzeug, Sand und Erde oft gefährliche Substanzen auf. Außerdem atmen, trinken und essen Kinder im Verhältnis zum Körpergewicht mehr als Erwachsene. So gelangen mehr Gifte in ihren Organismus. "Kinder sind mehr als 15.000 synthetischen Chemikalien ausgesetzt, die fast alle in den letzten 50 Jahren entwickelt wurden", sagt Domingo Jiménez-Beltrán, Exekutivdirektor der Europäischen Umweltagentur.

Als besonders bedrohlich für die Gesundheit von Kindern erwiesen sich der Studie zufolge auch Straßenverkehr, Regen, Strahlung und Luftverschmutzung. Die Anzahl der an Asthma und Allergien erkrankten Kindern nimmt stark zu. In der Nähe von stark befahrenen Straßen verdoppelt sich das Risiko von Atmungsproblemen. In einigen Gegenden zeigt schon eines von drei Kindern asthmatische Symptome. Die Studie stellte außerdem große Unterschiede in den verschiedenen Regionen Europas fest. So ist in Westeuropa die Wahrscheinlichkeit zehn Mal höher, dass Kinder an Allergien und Asthma erkranken als in Osteuropa.