| Umweltskandal in Kanada aufgedeckt |
| Quelle: Greenpeace |
|
(13.04.2002) Der "Technoparc" im kanadischen
Montreal ist als Ursprungsort
für die Einleitung von giftigen
Chemikalien in den
Sankt-Lorenz-Strom
identifiziert worden. Nach 18
Monate dauernden Ermittlungen
durch die
Umweltschutzorganisation
"Environmental Bureau of
Investigation" (EBI) wurden die
gesammelten Beweise nun der
kanadischen Umweltschutzpolizei
übergeben. Die Umweltschützer
hatten festgestellt, dass
dauerhafte Umweltgifte wie
Polychlorierte Biphenyle (PCB)
und Polyzyklische Aromatische
Kohlenwasserstoffe (PAH) in den
Fluss eingeleitet wurden. Dabei
wurden die gesetzlichen
Grenzwerte teilweise um das
8,5-Millionenfache
überschritten.
"Dieser Bericht liefert die harten Fakten eines Umweltverbrechens", sagt der Rechtsanwalt und EBI-Direktor Mark Mattson. "Nun ist die Umweltschutzpolizei am Zuge." EBI hatte die Untersuchungen eingeleitet, nachdem die Umweltschützer der "Société pour Vaincre la Pollution" (SVP) sie darum gebeten hatten. EBI und SVP hatten schon früher die Regierung auf die Gefahr aufmerksam gemacht. Zuletzt im Januar, als ein 400 Meter langer Giftteppich den Sankt-Lorenz-Strom hinabfloss. Der "Technoparc" ist ein rund 2,8 Quadratkilometer großes Areal knapp 15 Minuten von der Montrealer Innenstadt entfernt. Über 5000 Menschen arbeiten dort in der Forschung für Raumfahrt-, Telekommunikation-, Pharma- und Biotechnologieunternehmen. Erst in den letzten fünf Jahren hat sich das Industriegelände am Ufer des St.Lorenz-Stroms auf einer ehemaligen Mülldeponie entwickelt. Die Regierung kann nun aufgrund des Fischerei-Bundesgesetzes tätig werden. Das verbietet die Einleitung giftiger Substanzen in Flüsse, die sich negativ auf Fischbestände und Wasserlebewesen auswirken. |