Japans Werbefeldzug für kommerziellen Walfang
Quelle: Greenpeace
Die letzten Wochen vor dem Treffen der Internationalen Walfangkommission (IWC) in Shimonoseki rührt Japan noch einmal kräftig die Werbetrommel für den kommerziellen Walfang. Den 9. April rief die japanische Regierung daher zum "nationalen Tag des Walfangs" aus. Funktionäre in T-Shirts mit der Aufschrift: "Schützen und essen" verteilten in einer stark frequentierten Einkaufsstraße in Tokio kostenlose Walfleisch-Häppchen und Rezepte zur Zubereitung von Walspeck.

Seit Anfang April betreibt die japanische Regierung eine mehr als fragwürdige Werbeaktion. Mit den Slogans "Save them, eat them" (Rettet sie, esst sie) und "Protect and eat" (Schützen und essen) wirbt sie für den kommerziellen Walfang. Die Rechnung der Werbestrategen scheint aufzugehen: Die Werbegeschenke in gedünsteter und frittierter Form erfreuten sich am Dienstag eines großen Absatzes. Für ein Stück Walfleisch, das sonst als sehr teure Delikatesse gehandelt wird, standen die Japaner Schlange.

In diesem Jahr findet die Hauptversammlung der Internationalen Walfangkommission (IWC) zwischen dem 20. und 24. Mai im japanischen Walfängerort Shimonoseki statt. Walschützer aus aller Welt befürchten, dass Japan diesen "Heimvorteil" für seine walfeindliche Politik ausnutzen werde. Durch fortgesetzten Stimmenkauf bei kleineren IWC-Mitgliedsländern könnte Japan erreichen, dass sich während der diesjährigen Verhandlung das Stimmenverhältnis zugunsten der Walfangnationen verschiebt. Damit gerät der Schutz der Wale in ernsthafte Gefahr.