Geschmack der Spinnenweibchen treibt die Evolution voran
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Bei Wüstenspinnen haben US-Forscher ein seltenes Beispiel für sexuell getriebene Evolution entdeckt. Offenbar sind die Vorlieben der Weibchen beim Aussehen und Paarungstanz der Männchen der Grund, dass sich die Springspinnen (Habronattus pugillis) in unterschiedliche Arten aufteilen. Während die Weibchen in den Wüsten Arizonas immer gleich aussehen, hat sich beim Objekt ihrer Begierde in unterschiedlichen Gegenden verschiedenes Aussehen und Verhaltensweisen entwickelt.

Diese Unterschiede dokumentieren tatsächlich die Aufspaltung in unterschiedliche Arten, so die Evolutionsbiologen Susan Masta und Wayne Maddison von der University of Arizona. Zwar könnten sich Männchen aus den Galiuro-Bergen mit Weibchen aus den Santa Rita-Bergen paaren, doch dauere die Verführung dreimal länger als bei Partnern aus der selben Heimat. Und vor allem führe es zu weniger Nachwuchs, berichten die Forscher im Fachblatt Proceedings of the National Academy of Science. Sie stellten fest, dass die Erbgut-Veränderung bei drei Spinnenpopulationen wesentlich schneller abgelaufen sein muss als die Rate der zufälligen Mutationen in der Mitochondrien-DNA der Spinnen. Da sich nur die Männchen deutlich verändert hatten, müsse es sich um sexuelle Selektion handeln.

Bereits Darwin schrieb über die sexuelle Selektion in der Evolution: Die Vorlieben eines Geschlechts könnten die Entwicklung des anderen stärker vorantreiben als die normale Veränderung durch Mutationen. Allerdings kommt die sexuelle Selektion eher selten vor, im Vergleich zur Selektion durch Umweltbedingungen und Anpassung an Nischenbedingungen. Die Springspinnen aus Arizona wurden vor rund 10.000 Jahren durch einen Klimawechsel von einander getrennt, so dass sich ihr Bestand auf verschiedenen Höhenzügen unterschiedlich voneinander weiterentwickelte. Heute zeigen die Männchen deutliche Kontraste auf in der Färbung ihrer vordersten Beinpaare, den Streifenmustern des vordersten Augenpaars und sogar in der Kopfform. Auch der Rhythmus und die "Schrittfolge" während des Paarungstanzes ist charakteristisch für die jeweilige Region.