EU-Kommissar Fischler kämpft gegen Überfischung
Quelle: Greenpeace
Die EU-Kommission will die Größe der Fischereiflotten und die jährlichen Fangquoten deutlich senken, um der Überfischung in den europäischen Gewässern zu begegnen. Die neue Fischerei-Agenda soll am 17. April vorgestellt werden, jedoch ließ EU-Kommissar Franz Fischler schon jetzt erste Details durchsickern. Die Vorschläge enthalten reichlich Zündstoff und könnten die Fischerei in Europa spürbar verändern.

"Wir müssen uns der Realität stellen, dass die Verkleinerung der Flotten-Überkapazität Arbeitsplätze kosten wird", kündigte Franz Fischler in einem Brief an die Fischindustrie an. Der EU-Kommissar möchte, dass Gelder nicht länger in die Modernisierung von Fangflotten investiert werden. Stattdessen sollen damit Maßnahmen zur Schaffung alternativer Einkommensquellen für die Fischer finanziert werden. Fangquoten sollen für einen Zeitraum von fünf Jahren festgelegt und nicht länger durch kurzfristige Absprachen zwischen EU-Ministern verwässert werden. Außerdem muss die Einhaltung der Vorgaben verschärft überwacht werden.

Die Pläne Fischlers stoßen in Mittelmeerländern und bei der Industrie auf heftigen Widerstand. Frankreich, Italien, Spanien, Portugal und Griechenland wollen ihre riesigen Fangflotten vor Verkleinerungsplänen aus Brüssel schützen. Zu diesem Zweck haben sie bereits eine eigene Lobbygruppe gegründet - die "Freunde der Fischerei". Fischler lässt sich von dieser massiven Opposition jedoch nicht beeindrucken und will für die Umsetzung seiner unpopulären Vorschläge kämpfen.