| US-Energielobby setzt sich durch: Kohlendioxid-Ausstoß unter keinen Umständen senken |
| Quelle: Greenpeace |
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(04.04.2002) Die US-Regierung will offenbar
den derzeitigen Vorsitzenden
des "Intergovernmental Panel on
Climate Change (IPCC)"
absetzen. Der in Ungnade
gefallene Leiter des
internationalen
Expertengremiums, der
Atmosphären-Chemiker Robert T.
Watson, repräsentiert die
UN-Kommission seit 1996 und
gilt als prominenter Mahner für
eine konsequente Verminderung
des Treibhausgas-Ausstoßes in
den Industrieländern.
Washington will den renommierten Wissenschaftler nicht mehr für eine zweite Amtszeit nominieren, nachdem Lobbygruppen der Energie- und Autoindustrie heftigen Duck auf die US-Regierung ausgeübt haben. Der Ölmulti "ExxonMobil" schrieb vor einem Jahr einen eindeutigen Brief an das Weiße Haus und forderte darin die Absetzung Watsons. Das Schreiben liegt der "New York Times" vor. Als Alternativ-Kandidaten schlägt die Energiebranche den indischen Ingenieur und Wirtschaftswissenschaftler Rjenda K. Pacharuri vor, der zurzeit den Posten des Vize-Vorsitzenden im IPCC hält. In der internationalen Forschergemeinde stießen die Pläne der US-Regierung auf erheblichen Widerstand. Pacharuri sei kein Atmosphären-Wissenschaftler und seine Berufung "würde den wissenschaftlichen Schwerpunkt im IPCC deutlich schwächen", warnt der Kanzler der University of California in Irvine, Dr. Ralph J. Cicerone. Aber genau das ist offenbar das Ziel des Weißen Hauses. Weil kaum ein Forscher mehr den Zusammenhang zwischen Treibhausgasemissionen und Klimawandel bezweifelt, wird nun der wissenschaftliche Sachverstand mundtot gemacht. Schließlich will Ex-Ölmanager George W. Bush den Kohlendioxid-Ausstoß in den USA unter keinen Umständen senken. |