| Säugetiere und Insekten näher verwandt? |
| WWF-Forscher decken Rätsel um seltene Beutelameise auf |
| Quelle:World Wide Fund For Nature |
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(02.04.2002) Müssen die Bücher der Evolutionstheorie neu geschrieben werden?
Zumindest WWf-Pressesprecher Jörg Ewers bewertet so die einzigartige Entdeckung von
WWF-Forschern in Tasmanien: Nicht nur Säugetiere, sondern auch Insekten können
ihren Nachwuchs im Beutel aufziehen. Handelt es sich hier nicht um eine
zufällige parallele Entwicklung sondern ist das Bindeglied zwischen Insekten und Säugetieren gefunden? Einer Forschergruppe um den WWF-Artenexperten Ronald Watson ist es im Rahmen einer mehrwöchigen Exkursion entlang des Green Lake (Tasmanien) gelungen, ein Beutelameisen-Weibchen mit seinem frisch geschlüpften Nachwuchs in freier Wildbahn abzulichten. "Wir sind überglücklich, dass es uns gelungen ist, die Beutelameise in ihrem natürlichen Lebensraum zu beobachten und so ihrem Geheimnis endlich auf die Spur zu kommen!", schwärmt Watson. Tagelang lag das Forscherteam, begleitet von drei Fotografen, auf der Lauer. Erst am Morgen des Karfreitag war das spektakuläre Bild im Kasten. "Die Weibchen sind nicht nur besonders scheu, sondern vor allem auch sehr aggressiv, solange sie ihren Nachwuchs im Beutel tragen", erklärt Watson. Will man sich vor den schleimspritzenden Attacken des Weibchens schützen, sollte man seiner Meinung nach schnelle Bewegungen und laute Geräusche unbedingt vermeiden. "Der Ameisenschleim ist stark ätzend," erklärt der inzwischen einäugige Insektenforscher, der sein Leben der Ameisenforschung verschrieben hat. Damit ist das Geheimnis um "Formicula Horridabiles Futteralis" gelüftet: Wie ein Känguru trägt die seltene Tasmanische Beutelameise ihren Nachwuchs in einem für Ameisen untypischen Bauchbeutel. Dieser umschließt den kompletten hinteren Teil des Insektenkörpers und hatte den Ameisenforschern bislang Rätsel aufgegeben. Dank Doktor Watson wissen wir jetzt außerdem: Eine ausgewachsene Tasmanische Beutelameise wird bis zu 15 Zentimeter groß und ernährt sich ausschließlich von Singvogeleiern, Maden und kleineren Artverwandten wie der ebenfalls seltenen Gelben Blattschneiderameise, die sie mit ihren gefürchteten Schleimbolzen matt setzt. Der Ameisennachwuchs schlüpft nach einer Tragzeit von fünf Tagen und wächst innerhalb von drei Monaten im Beutel der Mutter zu seiner vollen Größe heran. Durch die enorme Traglast kommt es dann zu den nun entdeckten Schleifspuren im Sand. Wiederruf: Am 8. April hat der WWF die o.g. Meldung wiederrufen. Jüngste Forschungsergebnisse würden ein "völlig neues Licht" auf den Fragenkomplex werfen. |