Indien lässt Gen-Baumwolle zu
Quelle: Greenpeace
Als erste gentechnisch manipulierte Pflanze hat das zuständige Gremium in Indien, das Genetic Engineering Aprroval Committee (GEAC), die so genannte Bt-Baumwolle zum kommerziellen Anbau freigegeben. Der Vorsitzende des GEAC sagte am Dienstag: "Wir haben die bedingte Freisetzung von Bt-Baumwolle in die Umwelt Indiens genehmigt." Wie allerdings die Bedingungen aussehen, konnte noch nicht mitgeteilt werden.

Die Zulassung der Gen-Baumwolle stieß bei den indischen Bauern auf ein geteiltes Echo. Indien ist das Land mit der größten Anbaufläche für Baumwolle weltweit, dennoch bleibt der Ernteertrag weit hinter dem Weltdurchschnitt zurück. Von der Gen-Baumwolle, die Erbgut aus dem Bazillus thuringiensis (Bt) enthält und gegen den Bollwurm und seine Larven geschützt sein soll, versprechen sich einige eine Steigerung der Ernteerträge. Gegner der gen-manipulierten Pflanzen wenden jedoch ein, dass man sich in die Abhängigkeit von Agrokonzernen begebe.

Suman Sahai von der Organisation "Gene Campaign" merkt an, dass die Bt-Baumwolle für gemäßigte Klimazonen entwickelt wurde, wo die Zahl der Schädlinge deutlich geringer sei. Er weist ebenso darauf hin, dass in den USA, Sicherheitszonen um Gen-Felder eingerichtet würden. Sie dienen dazu, dass Schädlinge nicht gegen das Gift der Bt-Baumwolle resistent werden. Solche Zonen seien für die riesigen Farmen in den USA kein Problem, für die kleinparzelligen indischen Höfe aber ein Ding der Unmöglichkeit. Ganesh Nochur von Greenpeace warnte davor, dass die künstlichen Gene auskreuzen und traditionelle Pflanzen verseuchen können.