Norwegen bezeichnet Sellafield als Gesundheitsrisiko
Quelle: Greenpeace
Im norwegischen Bergen hat am Mittwoch die Nordseeschutzkonferenz auf Ministerebene begonnen. Unvermittelt sah sich der britische Umweltminister Michael Meacher schweren Vorwürfen von Seiten der Norweger ausgesetzt: Die Einleitung radioaktiven Abwassers bei der Plutoniumfabrik Sellafield stelle ein Gesundheitsrisiko dar. Oslo fordert, dass diese Meeresemissionen endlich eingestellt werden. In dieser Woche hat deshalb auch der norwegische Premierminister Kjell Magne Bondevik seine Landsleute nachdrücklich zu Demonstrationen gegen Sellafield ermuntert.

Meacher widersprach der norwegischen Auffassung. Er ist der Ansicht, dass Fisch aus der Irischen oder der Nordsee die Gesundheit nicht gefährde. Die durchschnittliche dabei aufgenommene Dosis sei "extrem gering". Meacher will sich bei der Konferenz vor allem auf das Problem der "Exoten" in der Nordsee konzentrieren: Algen oder Krabben aus anderen Weltmeeren, die in die Nordsee eindringen und dort heimische Arten verdrängen. Boerge Brende, Umweltminister von Norwegen, aber blieb hartnäckig und erklärte, Meachers Argumente seien nicht überzeugend: "Es mutet doch paradox an, wenn die Briten den Abfall nicht an Land beseitigen und lagern wollen, aus Furcht vor möglichen Umweltproblemen. Stattdessen spülen sie ihn lieber gleich in die See."

Der britische Minister sagte, ihn störe weiterer Protest nicht. Er kündigte an, dass London "schon bald" die endgültige Entscheidung fällen werde über einen Plan für die Lagerung des radioaktiven Abfalls.