| Gentechlebensmittel-Umfrage: Das große Schweigen |
| Quelle: Greenpeace |
| 80 Prozent der deutschen Verbraucher wollen keine gentechnisch veränderten Lebensmittel. Halten die meisten Unternehmen deshalb Informationen über Gen-Zutaten in ihren Produkten zurück? |
| Mehr als zwei Drittel der deutschen Lebensmittelhersteller sind nicht bereit, Auskünfte über die Verwendung von gentechnisch veränderten Zutaten in ihren Produkten zu geben. Das ist das ernüchternde Ergebnis einer Umfrage der Verbraucherzentralen bei 441 Unternehmen der Nahrungsmittelbranche. Lediglich 77 Firmen versicherten, dass ihre Lebensmittel gentech-frei sind. |
| Die Verbraucherschützer wollten wissen, ob Gen-Pflanzen verarbeitet werden und ob Zusatzstoffe von genmanipulierten Rohstoffen oder Mikroorganismen stammen. Die Lebensmittelhersteller sollten außerdem mitteilen, ob ihre Zulieferer gentechnisch veränderte Zutaten, etwa in Futtermitteln, verwenden. Vor allem Naturkostanbieter und Brauereien versicherten, dass ihre Produkte völlig frei von Gentechnik sind. |
| 59 Firmen wollten sich nicht eindeutig darauf festlegen, dass ihre Lebensmittel keine Gen-Zutaten enthalten. Der Nestlé Konzern gab zum Beispiel an, "keinen direkten Zugang und Einfluss zu den Erzeugern und was sie verfüttern" zu haben. Andere Lebensmittel-Hersteller versteckten sich hinter mehrdeutigen Aussagen und verkündeten etwa, dass ihre Produkte nicht kennzeichnungspflichtig seien. Die Verbraucherzentralen nennen in ihrer am Mittwoch veröffentlichten Liste zehn Unternehmen, die nachweislich Gen-Produkte anbieten. Diese Information ergibt sich allerdings nicht aus den Umfrageergebnissen, sondern stammt aus Recherchen des Greenpeace-Einkaufsnetzes. |