Militärtechnische Fischfangmethoden beschleunigen Überfischung der Weltmeere
Quelle: Greenpeace
Meeresforscher haben auf dem Wissenschaftskongress der "American Association for the Advancement of Science" (AAAS) in Boston eine deutliche Verminderung der Fangflotten gefordert. Sie sprachen sich für Schutzzonen zum Erhalt der Fischarten aus. Andernfalls, so befürchten sie, könnten sich manche Arten nicht mehr erholen.
Eine neue Studie stellt fest, dass Fischfangflotten technisch immer ausgefeiltere Methoden nutzen, um den ohnehin überfischten Meeren ihre Fänge abzutrotzen. Fischschwärme werden mit Schallgeräten aufgespürt, die vorher nur vom Militär eingesetzt wurden. Obwohl sich der Aufwand für den Fischfang verdreifacht hat, ist die Fangquote für beliebte Speisefische in den letzten 50 Jahren um mehr als die Hälfte zurückgegangen.
Immer genauere Seekarten erlauben es heute den Fischern in Regionen vorzudringen, die früher als zu schwierig zum Fischen galten. Den Fischen werden so die letzten Rückzugsmöglichkeiten genommen, in denen sie sich ungestört vermehren können. "Wenn wir weiterhin Fische auf unseren Tellern haben möchten, dann müssen wir ihnen Schutzzonen zurückgeben", fordert der New Yorker Wissenschaftler Callum Roberts.
Nordamerika importiere bereits heute einen großen Teil seines Fischverbrauchs aus Entwicklungsländern in Westafrika oder Südostasien, sagte Reg Watson von der Universität British Columbia. Das vertusche die Krise in lokalen Gewässern. "Wir bezahlen Fischer anderer Weltmeere, damit sie für unseren Konsum ihr marines Ökosystem schädigen."