| Insektizid vernichtet Flussleben |
| Quelle: Greenpeace |
| In die Tausende geht die Zahl der toten Aale, Barsche, Äschen und Karpfen, die derzeit an die Ufer des Prospect Creeks in der Nähe von Sidney angespült werden. Die in der Sommersonne schnell verrottenden Fische verbreiten einen bestialischen Gestank. Fieberhaft werden deshalb die Kadaver auf Lastwagen geladen und abtransportiert. Ursache des Massensterbens: Auf einem Industriegelände am Fluss hatte sich in der vergangenen Woche ein Unfall mit einem flüssigen Insektizid ereignet. 1000 Liter des extrem giftigen "Electra 225" flossen aus und gelangten in den kleinen Flusslauf. |
| Der Wirkstoff im Electra 225 ist Methomyl. Er wird als Meeresschadstoff eingestuft. Für Fische ist er ein Nervengift. "Die Fische und Aale scheinen aufzudunsen, bis ihre Mägen explodieren", erklärt Anto Pratten von dem Unternehmen Stormwater Systems, das mit den Aufräumarbeiten beauftragt wurde. "Sie schwimmen dann im Kreis herum und wenn sie endlich sterben, springen die Augen hervor. Ein schrecklicher Tod." Methomyl ist aber auch für den Menschen gefährlich. Das Gift kann nur in einem gasdichten Vollschutzanzug entsorgt werden. |
| Die Anwohner sind erzürnt. "Wir hätten die Verursacher gelyncht", sagte einer von ihnen. "In den letzten 20 Jahren haben wir versucht, das Gebiet wiederzubeleben. Aber einige Leute denken, sie können es behandeln wie eine Müllkippe." Dem stimmt die Anwohnerin Sheila Miller zu: "Ich hätte sie auf einen Ameisenhügel gefesselt. Da passiert doch ständig was. Immer wieder hören wir die Alarmsirene heulen." |