Norwegen will mehr Wale fangen
Quelle: Greenpeace
Norwegen will seine jährliche Walfangquote von 549 Tieren in 2001 auf 674 für 2002 erhöhen. Außerdem soll Japan künftig wieder offiziell mit Walfleisch und -speck beliefert werden.
Das skandinavische Land hält sich trotz des seit 1986 geltenden Moratoriums der Internationalen Walfang-Komission (IWC)nicht an das Walfangverbot. Da es damals ein Veto gegen den Beschluss eingelegt hat, fühlt es sich nicht an die Vorschrift gebunden und tötet jährlich hunderte von Minkewalen.
1992 kündigte Norwegen auch ganz offiziell die Wiederaufnahme des kommerziellen Walfangs an. Es hielt sich jedoch noch bis 2001 an einen selbstauferlegten Export-Stopp für Walfleischerzeugnisse. Durch illegalen Schmuggel gelangte jedoch auch in den Jahren zuvor immer wieder norwegisches Walfleisch auf japanische Teller.
Auch in Westgrönland sind zurzeit Wale durch illegales Abschlachten bedroht: Einem Bericht der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) zufolge haben dort einheimische Fischer und Jäger bereits 24 von ungefähr 100 durch Packeis eingeschlossene Orcas getötet. Das Fleisch verkaufen sie am örtlichen Markt. Die IWC erteilt indigenen Gruppen in Grönland eine jährliche Fangquote von 19 Finnwalen und 170 Zwergwalen zur Bewahrung ihrer Kultur. Diese Quote schließt allerdings keine Schwertwale mit ein. Für sie gilt uneingeschränkt das Verbot des kommerziellen Walfangs.