| Delfin-Massaker vor Frankreichs Küsten |
| Quelle: Greenpeace |
| An der französischen Atlantikküste sind im Januar mehr als 300 tote Delfine angeschwemmt worden. Die Meeressäuger verendeten nach Ansicht von Experten in den Netzen von Fischern, die mit so genannten Gespanntrawlern nach Wolfsbarschen jagen. Bei dieser aggressiven Fangmethode ziehen zwei Boote ein Netz hinter sich her. Delfine, Seehunde und sogar Wale verfingen sich in der Vergangenheit zu Hunderten in den feinen Maschen dieser Schleppnetze und erstickten qualvoll. In der EU ist diese Fangmethode wegen der hohen Beifangquote seit Anfang 2002 in den küstennahen Gewässern verboten. |
| Nach Berichten der Süddeutschen Zeitung haben die Fischer versucht, den jüngsten Massentod der Delfine zu vertuschen. Sie schnitten den verendeten Tieren die Flossen ab und hofften, die Kadaver würden für immer auf den Meeresboden absinken. Doch die perfide Strategie misslang, denn viele der verstümmelten Delfine gingen nicht unter, sondern trieben an die Küste. |
| Die Jagd nach Wolfsbarschen, in Gourmetkreisen auch "Loup de Mer" genannt, ist in den letzten Jahren immer lukrativer geworden. Dennoch besteht keine Notwenigkeit mehr, die Barsche mit Gespanntrawlern zu fangen. Schon mehr als die Hälfte der vermarkteten Fische wächst heute in Zuchtanlagen heran. Die weltweit größte Fischfarm für Wolfsbarsche befindet sich an der normannischen Küste, am Rande des Meeres, in dem die Delfine verendet sind. Allerdings hat die Aufzucht in diesem Betrieb einen Haken, der vielen Feinschmeckern nicht gefallen dürfte: Die Fische gedeihen dort vor allem deshalb so gut, weil das Wasser durch die Abwärme des Atomkraftwerkes Gravelines auf 24 Grad erhitzt wird. |