10.000 Schildkröten in Indien getötet
Quelle: Greenpeace
Die illegale Fischerei vor der Küste Indiens hat ein Massensterben unter den seltenen Bastardschildkröten ausgelöst. Seit Dezember gingen im Bundesstaat Orissa mehr als 10.000 Tiere zu Grunde, nachdem sie sich in Fischernetzen verfangen hatten. In den vergangenen fünf Jahren verendeten so mehr als 75.000 Schildkröten, berichtet die Umweltschutzorganisation "Operation Kanchappa".
Das qualvolle Massensterben ereignet sich jedes Jahr zur Paarungszeit der Schildkröten. Bis zu einer Viertelmillion Individuen versammeln sich dann zur Fortpflanzung vor den Küsten Orissas. Nach der Befruchtung schwimmen die Weibchen in Richtung Strand, um dort ihre Eier abzulegen. Doch gelangen Tausende der Schildkröten nie an ihr Ziel, weil sie sich in den Maschen der Fischernetze verheddern.
Die Bastardschildkröte gilt als bedrohte Tierart und steht weltweit unter Schutz. Deshalb hat die Regierung in Orissa schon vor Jahren jede Fischerei-Aktivität in einer 10 Kilometer breiten Küstenzone verboten. Aber die Fischer missachten jede Anweisung und werden wegen fehlender Polizeikontrollen für ihr illegales Tun auch nicht belangt. Weil es den Ordnungskräften an der nötigen Kapazität zur Durchsetzung des Verbotes fehlt, hat Operation Kanchhapa den lokalen Behörden jetzt mehrere Patroullienboote zur Verfügung gestellt. Außerdem bewachen die Umweltschützer die Küsten vor den Brutplätzen der Schildkröten nun in Eigenregie.