Finnland: Musterschüler im Umwelt-Ranking
Umwelt-Nachhaltigkeitsindex reiht Deutschland auf Platz 54 ein
Quelle: Pressetext Deutschland
Eine internationale Umweltstudie, die heute, Montag 4.2.2002, auf dem Weltwirtschaftsforum (WEF) in New York präsentiert wurde, rankt Österreich auf Platz acht im Environmental Sustainability Index (ESI). Auf Platz eins der 142 untersuchten Länder liegt Finnland, das als Musterbeispiel für eine nachhaltige Umweltpolitik im Bereich Wasser- und Luftreinhaltung gilt. Hinter Finnland rangieren Norwegen und Schweden auf Platz zwei und drei. Schweiz und Deutschland positionieren sich auf Platz fünf und 54. Die USA liegen auf dem 51. Platz. Als Grund wird der Ausstoß von klimaverändernden Treibhausgasen genannt. Der "Umwelt-Nachhaltigkeitsindex" wurde von den US-Unis Yale und Columbia in Kooperation mit dem Weltwirtschaftsforum erstellt.
Die Studie basiert auf 68 Datenbanken und einem Vergleich von 20 verschiedenen Indikatoren. Diese Indikatoren beinhalten u.a. die Luftqualität in Städten, die Wassergüte und die Umweltgesetzgebung. "Von keinem Land kann gesagt werden, dass es in jedem Punkt über dem Durchschnitt bzw. unter dem Durchschnitt liegt", erklärte Peter Cornelius von der WEF-Arbeitsgruppe Umwelt. Es gebe noch Raum für Verbesserungen, denn kein Land befinde sich in Umweltfragen auf einem wirklich nachhaltigen Weg. Selbst Finnland erreichte nicht 100 mögliche Punkte, sondern nur 73,7 Punkte, Österreich kam auf 63,9 Punkte.
"Der Index zeigt, dass die Wirtschaftslage eines Landes nicht unbedingt mit den Leistungen im Umweltbereich zusammenhängt", betonte Marc Levy von der Universität Columbia. Als Beispiel werden Finnland und Belgien verglichen. Beide Länder verfügen über beinahe das gleiche Bruttoinlandsprodukt pro Kopf. Während das BIP pro Kopf in Finnland ca. 22.000 Dollar beträgt und die erreichte Punktezahl 73,7 beträgt, liegt das BIP pro Kopf in Belgien bei ca. 24.500 Dollar und die Punktezahl bei lediglich 38,6. Belgien liegt im Ranking auf Platz 127. Den letzten Platz überhaupt nehmen die Vereinigten Arabischen Emirate ein.
"Mit dem ESI ist es möglich, systematische länderübergreifende, umweltbezogene Vergleiche anzustellen", erklärte der Leiter des Projektteams, Daniel Esty vom Zentrum für Umweltrecht und -politik an der Universität Yale. Bisher sei es schwierig gewesen, Entscheidungen in diesem Bereich zu treffen, dies u.a. aufgrund mangelnder kritischer Informationen. Umwelt-Entscheidungen wurden so auf der Grundlage allgemeiner Eindrücke und Vermutungen, und noch schlimmer, auf der Basis von Rhetorik und Emotionen, gefällt.

Das Ranking findet sich unter: http://www.ciesin.org/indicators/ESI/rank.html