| Lama-Kot macht Wasser sauber |
| Quelle: Greenpeace |
| Englische Wissenschaftler haben in Bolivien in kleinem Maßstab Biokläranlagen errichtet, in denen die Exkremente von Lamas für die Säuberung des Wassers genutzt werden. Damit reinigen sie das saure und mit Schwermetallsulfaten belastete Wasser, das aus stillgelegten Zinn- und Silberminen leckt und das Trinkwasser der Hauptstadt La Paz bedroht. |
| Genutzt wird dazu ein Kompostsystem aus Kalkstein und Lama-Kot, das in der Lage ist, die hohen Säuregrade des Wassers zu absorbieren und die Sulfate herauszufiltern. Die Originaltechnologie dafür wurde im Nordosten Englands entwickelt, wo man sich in Bergbaustädten Sorgen um die Qualität des Trinkwassers machte. Dort wird Kuh- oder Pferdedung zur Reinigung des Wassers eingesetzt. |
| Die Übertragung der Technologie auf die Andenregion hatte jedoch ihre Tücken, wie Professor Paul Younger von der Newcastle Universität, der Initiator des Projekts, anmerkt. Kompostmaterial in Form von Holz oder Kuhdung waren in einer Höhe von 4.400 Meter schwer zu beschaffen. Lamakot war reichlich vorhanden. Über dessen Wirksamkeit in Biokläranlagen existierten allerdings überhaupt keine Daten. |
| In den Versuchsanlagen, die der Wissenschaftler mit bolivianischen Kollegen in den letzten fünf Monaten gebaut und ausgewertet hat, stellte sich der Kot der Anden-Kamele sogar als wirksamer heraus als der des europäischen Nutzviehs. Professor Younger versucht daher derzeit Gelder aufzutreiben, um weitere Minenstandorte mit solchen Biokläranlagen auszurüsten. |