Forscher entdeckten in giftig-rotem Rio Tinto Leben
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Selbst in scheinbar tödlicher Umgebung floriert das Leben: In den extrem sauren und giftigen, tiefrot gefärbten Wassern des spanischen Rio Tinto haben US-Wissenschaftler ein eigenes, florierendes Ökosystem entdeckt. Die feindliche Umgebung des Flusses rührt von hohen Eisenkonzentrationen in den Böden der Umgebung her, die als Rost im Wasser gelöst sind. In dem neunzig Kilometer langen Gewässer leben spezialisierte Mikroorganismen, und die Entdeckung bisher unbekannter Arten ist zu erwarten.

"Die Menschen vermuteten im Grunde, der Fluss sei tot", so Linda Amaral Zettler vom US-amerikanischen Bay Paul Center for Comparative Molecular Biology and Evolution. Sie untersuchte Proben der Fluss-Sedimente und des zähflüssigen Biofilms aus lebenden und toten Organismen, der den Boden und die Ufer bedeckt.

Mit Hilfe molekularbiologischer Methoden und DNA-Analysen bestimmte sie die Arten der Lebewesen, die den Fluss bevölkern. Ihre Ergebnisse erschienen unter anderem im Journal of Eukaryotic Microbiology.

"Es gibt keinen Zweifel, dass wir neue Spezies entdecken werden", versichert Amaral Zettler. Vor allem neue Einzeller sind zu entdecken. Darunter befinden sich sowohl autotrophe als auch heterotrophe Organismen. Zettlers Erkenntnisse helfen verstehen, wie sie in lebensfeindlicher Umgebung überleben können - in Umgebungen, wie sie auch auf anderen Planeten vorherrschen.