Bedingungen wie auf dem Mars:
Lebensgemeinschaft tief unter der Erde entdeckt
Quelle: bild der wissenschaft online
Selbst die extremsten Lebensräume auf der Erde sind von Mikroorganismen besiedelt. Ein neues, exotisches Beispiel für solche extremophilen Einzeller stellen jetzt Francis Chapelle vom US Geological Survey in South Carolina und Kollegen im Fachblatt Nature vor.
In einer fast 60 Grad heißen hydrothermalen Quelle, 200 Meter tief in der Erde im US Bundesstaat Idaho, fanden die Forscher um Chapelle Mikroorganismen, die weder organische Kohlenstoffverbindungen noch andere durch die Photosynthese erzeugte Stoffe benötigen. Alles, was die Mikroben brauchen, kommt aus dem Innern der Erde: Molekularer Wasserstoff entsteht durch chemische Reaktionen zwischen hydrothermalen Fluiden und Vulkangestein, und Kohlendioxid wird ebenfalls anorganisch erzeugt. Die Mikrobengemeinschaften verarbeiten diese Stoffe zu Methan und Wasser.
Viele Forscher glauben, dass ähnliche Bedingungen auch auf anderen Planeten, etwa dem Mars oder dem Jupitermond Europa, herrschen könnten. Dort existiert kein flüssiges Wasser an der Oberfläche, aber möglicherweise tief im Innern der Himmelskörper.
Chapelle und Kollegen wiesen durch Untersuchung von Gensequenzen nach, dass fast alle Mikroben in der heißen Quelle zur Gruppe der Archäen gehören. Das sind Mikroorganismen, die viele extreme Lebensräume besiedeln und lange Zeit fälschlich zu den Bakterien gezählt wurden.
Weitere Analysen ergaben, dass der überwiegende Teil der Archäen zu den Methanbildnern oder methanogenen Mikroben zählt. Lebensgemeinschaften mit einer solch starken Vorherrschaft von methanogenen Archäen waren bislang nicht bekannt. Die Forscher hoffen, dass die Suche nach extraterrestrischem Leben durch ihren Fund erleichtert wird.