| Antibiotikum im Fischmehl |
| Quelle: Greenpeace |
| Beamte des niedersächsischen Landwirtschaftsministeriums suchen fieberhaft nach dem Verbleib des Fischmehls, das in einer Cuxhavener Weiterverarbeitungsfirma aus Chloramphenicol-haltigen Fischabfällen hergestellt worden ist. Das verbotene Antibiotikum Chloramphenicol (CAP) war in Fischabfall enthalten, der im November aus den Niederlanden geliefert worden war. Dort sollten 27 Tonnen CAP-verseuchte Shrimps bereits im August von einer Recyclingfirma in Volendam vernichtet werden. Sie wurden stattdessen widerrechtlich unter Fischabfälle gemischt. Das fanden die niederländischen Kontrollbehörden jedoch erst später heraus. |
| Das Cuxhavener Unternehmen verarbeitet jährlich rund 80.000 Tonnen Fischabfälle aus mehreren europäischen Ländern zu Fischmehl. Die Lieferungen aus den Niederlanden seien wie üblich mit anderen Abfällen vermischt und dann weiter verarbeitet worden. CAP schädigt bei Menschen das Knochenmark und hat die Störung der Blutbildung zur Folge. |
| "Wir prüfen alle Lieferungen, die von dem Betrieb in Cuxhaven in dem fraglichen Zeitraum abgegangen sind", sagte der niedersächsische Landwirtschaftsminister Uwe Bartels (SPD) am Dienstag in Berlin. Insgesamt sei der Skandal eine "große Sauerei" und führe zu neuem Misstrauen der Verbraucher. Das Bundesministerium für Verbraucherschutz hat sich inzwischen beklagt, dass es zu "nicht akzeptablen Zeitverzögerungen" gekommen sei. Das Ministerium sei erst am 27. Dezember auf dem Postweg von den niederländischen Behörden über die Angelegenheit informiert worden. |