Weiße Haie überwintern im offenen Meer
Quelle: bild der wissenschaft online
Weiße Haie sind reiselustiger als bisher vermutet. Die größten Raubfische der Welt schwimmen Tausende von Kilometern in ihr Winterquartier, berichten amerikanische Zoologen im Fachmagazin "Nature" (Bd. 415, S. 35). Bislang waren Haiforscher davon ausgegangen, dass die bis zu sieben Meter großen Raubfische ihr gesamtes Leben in Küstennähe verbringen und sich von Robben und Seelöwen ernähren.
Die Wissenschaftler um Barbara A. Block vom Thunfisch-Forschungszentrum der Universität Stanford markierten vor der Küste Zentralkaliforniens sechs Haie mit Satellitenpeilgeräten. Dabei fanden die Forscher, dass die Tiere im Winter für über fünf Monate ins offene Meer hinausschwammen und dabei bis zu 4.000 Kilometer zurücklegten. Ein Männchen reiste gar bis auf die Höhe von Hawaii.
Noch sei unklar, was die Haie im offenen Pazifik trieben, sagen die Zoologen. Die Satellitendaten zeigten ein eigentümliches Tauchverhalten der weißen Räuber im Winterquartier. Die meiste Zeit hielten sie sich entweder wenige Meter unter der Wasseroberfläche oder in Tiefen von 300 bis 500 Metern auf, berichten die Haiforscher. Einige der Tiere wagten gar bis zu 700 Meter tiefe Tauchgänge. Möglicherweise würden sie sich dort fortpflanzen oder sie änderten im Winter ihren Speiseplan, vermuten die Wissenschaftler.