| Grundwasser als Apotheke? |
| Quelle: Greenpeace |
| Erneut hat Greenpeace bei der elsässischen Deponie Le Letten in Hagenthal-le-Bas schwerwiegende Grundwasserverschmutzungen nachgewiesen. Die Resultate der erneuten Untersuchung rund um die Deponie bestätigen bereits im Frühjahr 2001 ausgeführte Analysen. Das Quellwasser unterhalb der Deponie gleicht einer Apotheke aus den 1950-er Jahren. Von den Pharmariesen Novartis, Syngenta und Ciba SC, die als Hauptverursacher gelten, fordert Greenpeace Schweiz nun die Totalsanierung. |
| Die Belastung des Grundwassers in Le Letten ist hoch: Bei einer Probe aus dem Grundwasserrohr wurden insgesamt 25 chemische Substanzen in einem Konzentrationsbereich von 320 bis 3.200 Mikrogramm pro Liter gefunden. Das ist drei Mal mehr als bei der letzten Probenahme im Frühling. Von den nachgewiesenen Stoffgruppen ist bekannt, dass sie eine Fülle von hochgiftigen, krebsfördernden und erbgutverändernden Substanzen beinhalten. Darunter auch das alte Ciba Beruhigungs- und Schlafmittel "Doriden", das sogar auf der Schweizer Betäubungsmittel-Liste steht. |
| Die Basler Chemiefirmen behaupteten bei eigenen Untersuchungen in Le Letten, "keine Verunreinigung im Grundwasser" gefunden zu haben. Durch den Vergleich der Analysemethoden von Greenpeace (Screening, nach dem Motto: Was ist insgesamt drin?) und der Pharmaindustrie (Einzelstoffanalyse: Ist Stoff X drin?) wird jedoch offensichtlich, dass die Pharmaunternehmen nur das sehen, was sie sehen wollen: Die Industrie fand mit ihrer Methode im Sickerwasser der Deponie lediglich 17 Substanzen in einer Gesamt-Konzentration von 84 Mikrogramm pro Liter. Greenpeace fand hingegen mit dem Screening 33 Chemikalien in einem Konzentrationsbereich von 15.600 bis 66.200 Mikrogramm pro Liter. Deshalb fordert Greenpeace Schweiz von den Pharmariesen bis Ende Februar ein Konzept für Sofortmaßnahmen zur vorübergehenden Sicherung der Deponie und einen verbindlichen Terminplan für deren Totalsanierung. |