Fledermäuse jagen im Unterholz nicht mit Ultraschall - sie horchen nach Beute
Quelle: bild der wissenschaft online
Fledermäuse können ihre Beute aufspüren, indem sie Ultraschallwellen ausstoßen und die von der potentiellen Beute reflektierten Schallwellen empfangen und auswerten. Sie ändern aber ihre Jagdmethode, wenn sie den Erdboden nach Beute absuchen. Dann schweben sie nahezu lautlos über den Boden und lauschen auf verräterische Krabbelgeräusche ihrer potentiellen Opfer. Diese Ergebnisse stellen Schweizer Forscher im Wissenschaftsmagazin Nature (Vol. 414, S. 742) vor.
Fledermäuse finden ihre Beute besonders gut, wenn sie auf einem glatten Untergrund wie beispielsweise auf einer Wasseroberfläche sitzen oder aber durch die Luft fliegen. Auf strukturierten Oberflächen wie einer Wiese oder dem Waldboden vermischen sich die von der Beute reflektierten Schallwellen mit denen des Hintergrunds, und die Fledermaus kann ihre Beute durch dieses Schallwellenrauschen nicht mehr entdecken.
Forscher um Rhaphaël Arlettaz von der Universität Bern und der Universität Lausanne stellten bei Untersuchungen mit dem Grossen Mausohr (Myotis myotis) und dem Kleinen Mausohr (Myotis blythii) fest, dass die Tiere bei der Beutesuche über strukturierten Flächen tatsächlich keine Ultraschallwellen zum Aufspüren ihrer Beute benutzen. Sie lauschen auf verräterische Geräusche ihrer potentiellen Opfer. Zwar stossen die Fledermäuse noch Ultraschallwellen aus, diese nutzen sie dann jedoch nur zur Orientierung. Video und Tonsequenzen der durchgeführten Experimente finden Sie hier.