Schiffssonare können bei Walen und Delfinen Taucherkrankheit auslösen
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Wale und Delfine leiden unter Wasser nicht nur unter dem Lärm von Schiffen und U-Booten. Sonarsignale, die zur Ortung eingesetzt werden, könnten auch innere Blutungen oder Symptome der Taucherkrankheit auslösen, vermuten amerikanische Wissenschafter.
In einem mathematischen Modell haben Dorian Houser vom Marine Mammal Program der Navy in San Diego und seine Kollegen gezeigt, dass niederfrequente Schallwellen die mikroskopisch kleinen Luftbläschen im Gewebe anwachsen lassen können, berichtet der New Scientist (Ausgabe vom 15. Dezember). Diese Bläschen entstehen, wenn Wale oder Delfine tief tauchen und der Stickstoff aus der Lunge in die Blutbahn gepresst wird.
Werden diese Bläschen zu groß, können sie Blutgefäße blockieren oder Nerven abdrücken, was zur typischen Dekompressionskrankheit mit Schmerzen und Orientierungsproblemen führen kann. Im Extremfall zerstören die Bläschen sogar Gewebe und lösen dadurch Blutungen aus.
Dieses Ergebnis könnte erklären, weshalb beispielsweise Schnabelwale besonders häufig an Küsten mit viel Schiffsverkehr stranden, so Houser. Frühere Untersuchungen hatten gezeigt, dass bei Schnabelwalen beim Tauchen besonders viele Bläschen im Gewebe entstehen.
Die Vermutungen der Wissenschaftler werden durch Beobachtungen von Ken Balcomb vom Center for Whale Research in Friday Harbor bestätigt. Blacomb hatte auf den Bahamas nach einer Übung der US Navy an einem Tag 16 gestrandete Wale und Delphine gefunden. Alle zeigten ungewöhnliche Anzeichen von Blutungen.