| Illegale Fischerei bedroht Fischstäbchen |
| Studie von WWF und TRAFFIC zu Überfischung im Bering Meer |
| Quelle:World Wide Fund For Nature |
| Illegale Fischerei führt zum Zusammenbruch von Fischbeständen wie Alaska Pollack im russischen Bering Meer. Zu diesem Ergebnis kommt eine neue Studie, die heute von TRAFFIC, dem gemeinsamen Artenschutzprogramm von WWF und IUCN (Weltnaturschutzunion), vorgestellt wurde. Alaska Pollack ist der zweitwichtigste Fisch auf dem deutschen Markt, er wird u.a. zu Fischstäbchen und Surimi verarbeitet. |
| Deutschland ist der Hauptimporteur von Alaska Pollack innerhalb der EU, 60 Prozent der deutschen Importe stammen aus Russland. Die Studie zeigt, dass illegale Fischerei den russischen Staat jährlich bis zu fünf Milliarden US Dollar kostet. Ermöglicht wird die illegale Fischerei durch ein völlig unorganisiertes Management der Fischerei. Die Ergebnisse der Studie basieren auf einer Befragung von Fischereiinspektoren, Managern und Wissenschaftlern sowie der Auswertung von Zolldaten, Handelsstatistiken und Bevölkerungsbefragungen. Die beiden Hauptfischereinationen im Bering Meer, Russland und die USA, müssen enger zusammenarbeiten, um die illegale Fischerei zu stoppen. |
| Der WWF fordert schnelle Maßnahmen, damit die Fischerei nachhaltig wird. Dazu gehört auch die Einrichtung von weiteren Schutzgebieten, in denen die Fischerei zeitweise ganz verboten ist, damit sich die Fischbestände erholen können. "Unzureichende Gesetze, Schwächen im Kontrollsystem und die illegale Fischerei sind für den dramatischen Rückgang der Fischbestände, insbesondere des Alaska Pollack, verantwortlich", sagte Alexei Vaisman vom TRAFFIC Büro in Moskau Autor der Studie. Die Fischbestände nehmen seit 1982 ständig ab und trotzdem werden die Fangquoten kontinuierlich angehoben. Zusätzlich werden weit mehr Fische gefangen als die Quote erlaubt. |
| Die Studie zeigt, dass Fischerei auch in gesperrten Gebieten stattfindet, dass verbotenes Fanggerät eingesetzt wird und nicht die gesamten Fangmengen gemeldet werden. Oft fälschen Fischer die Angaben über Höhe und Art ihrer Fangmengen: So hat Russland 1997 angegeben, Fisch im Wert von 113 Millionen Dollar nach Japan exportiert zu haben, während Japan behauptete, Fisch im Wert von 442 Millionen Dollar aus dieser Region importiert zu haben. |