| Skrupellose Tabakindustrie |
| Quelle: Greenpeace |
| Der Zigarettenkonzern "Japan Tabacco" besitzt die Lizenzrechte für die Nutzung von menschlichen Genen, die in Lungenkrebszellen vorkommen. Mit Hilfe der Gene sollen Impfstoffe gegen die tödliche Krankheit entwickelt werden, die vorbeugend oder als Heilmittel verabreicht werden können. Erstanden hat Japan Tabacco die Rechte von den Patenthaltern, zwei US-Biotech-Firmen. Das berichtete die britische Organisation "GeneWatch". |
| Seit 1998 hat eines der Unternehmen, Corixa aus Seattle, bereits sechs Weltpatente beantragt, die sich auf Lungenkrebsdiagnose und -therapie beziehen. Dazu zählen auch Ansprüche auf die Sequenzen von menschlichen Genen, die aus Lungenkrebszellen stammen. Sollten diese Weltpatente erteilt werden, wären anderen Unternehmen und Forschern bei der Suche nach weiteren Diagnose- und Behandlungsmöglichkeiten für wenigstens 20 Jahre die Hände gebunden. Oder aber sie zahlen für die Forschung mit diesen Genen. Davon profitierte dann auch Japan Tabacco. Der Hersteller der Zigarettenmarken "Camel" und "Winston" hat der Firma Corixa die Exklusivrechte der Lungekrebsgene unter anderem für den nordamerikanischen und japanischen Markt abgekauft. |
| Die Vergabepraxis von Gen-Patent-Lizenzrechten stößt auf breite Ablehnung. Derek Yach, Direktor für nicht-übertragbare Krankheiten bei der Weltgesundheitsorganisation der UNO (WHO) kritisiert: "Der Allerletzte, der die Rechte für Lungenkrebs-Impfstoffe kontrollieren sollte, ist jemand, der großen Profit mit Produkten macht, die diese Krankheit erst auslösen." Unklar ist auch, ob die Krebspatienten, die Corixa wichtige Untersuchungsproben spendeten, darüber informiert waren, dass die Biotech-Firma sie für Patente und zu Gunsten der Tabakindustrie verwenden würde. |