| Seltene Nashörner in Kenia gewildert |
| WWF fordert konsequenten Kampf gegen Wilderei in Kenias Nationalparks |
| Quelle:World Wide Fund For Nature |
Im kenianischen Tsavo
Nationalpark werden die vom Aussterben
bedrohten Spitzmaulnashörner zum ersten Mal
seit einem Jahrzehnt wieder gewildert. Der
WWF befürchtet nun, dass durch diese Wilderei
die hart erkämpften Erfolge beim Schutz dieser
seltenen Art zunichte werden, wenn dieser
Gefahr nicht schnell Einhalt geboten wird.
Vier getötete Spitzmaulnashörner (Subspezies Diceros bicornis micheali) wurden kürzlich vom Kenya Wildlife Service im Tsavo East National Park entdeckt. Der WWF unterstützt den Kenya Wildlife Service seit Jahren bei seinen Bemühungen, eine überlebensfähige Population von Spitzmaulnashörnern im Tsavo Nationalpark zu etablieren. Dafür wurden in anderen kenianischen Schutzgebieten geborene Spitzmaulnashörner in den Tsavo Nationalpark umgesiedelt. |
| Bereits in den 1970er und 1980er Jahren wurden die Spitzmaulnashörner in Kenia durch Wilderei - sogar in den Schutzgebieten - so stark dezimiert, dass das Überleben dieser Art gefährdet war. Von 20.000 Nashörnern, die 1970 noch in Kenia lebten, gab es 1990 nicht einmal mehr 400 Tiere. Seitdem ist die Zahl der Spitzmaulnashörner allmählich gestiegen, heute gibt es in Kenia wieder rund 460. Der aktuelle Fall von Wilderei ist der erste seit 1991. |
| "Was in der Vergangenheit hier geschah, dürfen wir nicht wieder zulassen," warnt Volker Homes, Referent Artenschutz beim WWF Deutschland. "Die kenianische Population von Spitzmaulnashörnern ist heute zwar sehr klein, aber es ist dennoch die größte in ganz Ostafrika - und es darf ihr nichts passieren, sonst verschwindet diese Art für immer aus den Savannen Afrikas." Die Umweltstiftung WWF unterstützt die Anstrengungen zur Erhaltung der kenianischen Nashörner mit finanziellen und technischen Hilfen. Der WWF entwickelte auch einen aktuellen Management-Plan für den Schutz von Spitzmaulnashörnern, der dabei helfen sollte, den Bestand der gefährdeten Tiere um mindestens fünf Prozent pro Jahr zu erhöhen. Jetzt fordert der WWF verstärkte Sicherheitsmaßnahmen zum Schutz der Spitzmaulnashörner. Der Kenya Wildlife Service kündigte bereits Ermittlungen gegen die Wilderer an und will die Sicherheitsmaßnahmen im betroffenen Nationalpark verstärken. |