Decke im "ATOM-Endlager" Morsleben stürzt ein
Quelle: Greenpeace
Im Atommülllager Morsleben löste sich am vergangenen Freitag ein 2000 bis 2500 Tonnen schwerer Salzbrocken von der Decke und krachte in einen Hohlraum. Das gab das Bundesamt für Strahlenschutz bekannt. In dem betroffenen Stollen sei kein radioaktives Material eingelagert gewesen. Verletzte habe es nicht gegeben, die Grube sei rechtzeitig geräumt worden.
Jetzt sollen die gefährdeten Schächte so schnell wie möglich verfüllt werden, um weitere Einstürze zu verhindern, meldet das Magdeburger Umweltministerium. Bereits in der Vergangenheit sind tonnenweise Salzmaterial in Hohlräume gekippt worden, um ein Herabstürzen von Salzbrocken auf den Atommüll zu verhindern. In dem schon zu DDR-Zeiten genutzten Atomlager befinden sich rund 37.000 Kubikmeter schwach- und mittelradioaktive Abfälle. Mehr als die Hälfte des Strahlenmülls wurde erst nach der Wende eingelagert.
Vor vier Jahren klagten Greenpeace und der BUND erfolgreich gegen das atomare Endlager in Morsleben: Das Oberverwaltungsgericht Magdeburg untersagte wegen schwerer Sicherheitsmängel eine weitere Nutzung des Salzstocks als Atommüllkippe. "In Morsleben hätte man nie Atommüll unter die Erde bringen dürfen", sagt Susanne Ochse, Energieexpertin bei Greenpeace. Jetzt müsse schnell geprüft werden, ob die 37.000 Kubikmeter Atommüll in dem Salzstock bleiben können. Susanne Ochse: "Das Bundesamt für Strahlenschutz muss den Beweis für die Sicherheit schnellstmöglich erbringen."