Puten-Skandal wird zum Unilever-Skandal
Quelle: Greenpeace
Der niederländisch-britische Lebensmittelgigant Unilever (bekannteste Marke bei uns: "Du darfst") hat am Dienstag Strafantrag gegen Greenpeace gestellt. Der Konzern wirft den Umweltschützern vor, "wilden Aktionismus" zu betreiben und behauptet, einer "fortwährenden ruinösen Kampagne" ausgesetzt zu sein. Zuvor hatten Greenpeace-Aktivisten vor einer Unilever-Fleischfabrik im bayerischen Ansbach protestiert.
Der Protest richtete sich gegen die Massentierhaltung. Die extrem schlechten Haltungsbedingungen führen dazu, dass viele Puten erkranken oder sterben. Besonders Gelenke und Brustmuskulatur entzünden sich durch das schnelle Wachstum. Dagegen werden dann massiv Antibiotika verabreicht. Greenpeace fordert von Unilever, für seine Produkte kein Fleisch von Tieren aus Massenhaltung zu verwenden. Aber anstatt Ställe mit ausreichend Luft, Licht und Platz für arttypische Verhaltensweisen einzurichten, begnügte sich Unilever lieber mit einem Strafantrag gegen die Umweltschutzsorganisation.
"Offensichtlich will Unilever keine bessere Haltung und Fütterung der Tiere", erklärt Martin Hofstetter, Landwirtschafts-Experte bei Greenpeace. "Stattdessen streut die Firma falsche Behauptungen und Gerüchte, um von dem eigentlichen Problem abzulenken." So hatte Unilever vor einiger Zeit fälschlicherweise behauptet, die von Greenpeace vorgelegten Beweisfotos und Fernsehbilder über die Massentierhaltung würden gar nicht aus Ställen stammen, die für den Konzern produzieren.
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