Die Verschmutzung der Meere beginnt an Land
Quelle: Greenpeace
Die Vertreter von Umweltschutzbehörden aus über 100 Ländern treffen sich diese Woche im kanadischen Montreal. Bis zum Freitag wollen sie feststellen, welche Fortschritte es zum Schutze der Ozeane gegeben hat. Das Treffen geht auf einen UNO-Aktionsplan von 1995 zurück. Das "Globale Programm für Aktionen zum Schutze der Meeresumwelt vor an Land stattfindenden Aktivitäten" zielt darauf ab, schon an Land die Tätigkeiten zu verhindern, reduzieren oder zu überwachen, die zur Meeresverschmutzung beitragen. Eine besonders wichtige Rolle spielen dabei Abwasser, Kanalisation und Kläranlagen.
Schon in der letzten Woche hatte das Umweltprogramm der UNO (UNEP) einen Bericht zum Zustand der Meere veröffentlicht. Wegen der Einleitung ungeklärten Abwassers erkranken jährlich bis zu 2,5 Millionen Menschen an Hepatitis nach dem Verzehr von verseuchten Schalentieren. Für 25.000 Menschen ende die Infektion sogar tödlich, so der Report. Aber auch durch exzessiven Einsatz von Dünger, Ölverschmutzungen und das Einleiten von organischen Schadstoffen, Schwermetallen und radioaktiven Substanzen wird den Weltmeeren schwer zugesetzt.
"Mehr als 80 Prozent der Umweltprobleme der Ozeane nehmen ihren Anfang an Land", erklärte der Direktor des UNEP, Klaus Töpfer. "Das Problem ist wegen der schnell voranschreitenden Urbanisation der Küstenregionen weltweit drängender geworden. Rund 44 Prozent der Menschheit lebt heute schon in einem 150 Kilometer breiten Streifen an den Küsten der Weltmeere. Das sind mehr Menschen als 1950 die gesamte Erde bevölkerten."