Nuklearfabrik schädigt Erbgut
Quelle: Greenpeace
In der Umgebung einer Nuklearfabrik im walisischen Cardiff treten Missbildungen bei Neugeborenen 20 Prozent häufiger auf als im statistischen Durchschnitt. Das berichtet das britische Wissenschaftsmagazin "New Scientist" und bezieht sich auf eine Studie des Imperial College in London. Die Untersuchung wurde von den lokalen Regierungsbehörden des Bezirks Bro Taf in Auftrag gegeben. Die Atomanlage wird vom "Nycomed Amersham"-Konzern betrieben und stellt radioaktive Isotope für die pharmazeutische Industrie her.
Die Nuklearfabrik steht schon seit langem im Verdacht, die Umwelt radioaktiv zu verseuchen. Jetzt bestätigt die Regierungsstudie Vorwürfe von Atomkritikern. Zwischen 1983 und 1998 seien demnach in einem Umkreis von 7,5 Kilometern um die Anlage herum 907 Babys mit Deformationen an ihren Körpern geboren worden, wesentlich mehr als in unbelasteten Gebieten.
In Früchten und Gemüsepflanzen in der Umgebung der Atomfabrik wurden deutlich erhöhte Konzentrationen an radioaktiven Elementen wie Tritium und Kohlenstoff 14 gemessen. Im Gewebe von Plattfischen im nahegelegenen Mündungsgebiet des Flusses Severn hätten sich die Tritium-Werte zwischen 1999 und 2000 sogar verdoppelt. Die radioaktiven Stoffe werden vom Menschen vor allem über die Nahrung aufgenommen. Besonders belastet seien Kuhmilch und Fischprodukte.