Weltweites Seensterben
Quelle: Greenpeace
Viele Süßwasserseen weltweit stehen wegen der Umweltverschmutzung kurz vor ihrem Ende. Auf diese Besorgnis erregende Tatsache wies der Vizepräsident des World-Water-Council (WWC), William Cosgrove, am Montag im japanischen Otsu hin. Er nimmt dort an einer einwöchigen Konferenz zur Rettung der Gewässer teil. "Wir bringen die Seen um. Das wird die schlimmsten Folgen für die Menschen haben, die von ihnen abhängig sind", so Cosgrove. Trotz der Größe der Bedrohung finde das Problem der Süßwasserseen bei den Regierungen kaum Beachtung, beklagt er.
"Auf der ganzen Welt gibt es kein Gewässer, das nicht von menschlichen Aktivitäten betroffen ist", sagte Cosgrove. Hauptsächlich bedrohe ein steigender Wasserbedarf die Gewässer. Ausgelöst werde er durch das rasche Anwachsen der Bevölkerung. Das habe einen höheren Wasserverbrauch und eine stärkere räumliche Verteilung des Wassers zur Folge. Besonders zur Bewässerung von Feldern werde das Wasser eingesetzt. Eine zusätzliche Verschärfung der Situation stellen die Verschmutzung mit Industriegiften dar sowie der Eintrag von Nährstoffen durch ungeklärtes Abwasser. "Die Menschen nutzen bereits 50 Prozent der weltweiten Frischwasservorräte. 90 Prozent davon stammen aus Süßwasserseen", so Cosgrove.
Als "fatal" bezeichnet es Cosgrove, dass man den Gewässern ihren Zustand nicht anmerkt. "Dann geschieht irgend eine Kleinigkeit - wie ein leichter Anstieg der Temperatur - und plötzlich kippt der ganze See um. Ist dieser Prozess erst einmal im Gange, läßt er sich kaum noch stoppen." Ein extremes Beispiel für die Vorgänge läßt sich in Afrika finden: der Victoriasee. In den letzten 20 Jahren sind dort viele Fischarten ausgestorben. Zugleich kam es zu einem explosiven Pflanzen- und Algenwachstum. Ursache: Nährstoffüberangebot aufgrund der ungeklärten Abwasser aus den angrenzenden Städten.