Japaner jagen erneut Wale zu "Forschungszwecken"
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Ungeachtet scharfer internationaler Proteste ist am Dienstag erneut eine japanische Walfangflotte in die Antarktis ausgelaufen. In den nächsten sechs Monaten sollen bis zu 440 Zwergwale "zu Forschungszwecken" getötet werden. Die Flotte aus fünf Schiffen des staatlichen Instituts für Walforschung sollen Daten zwecks besseren Managements der schätzungsweise 760 000 Zwergwale sammeln, wie das Fischereiministerium mitteilte. Japan fängt alljährlich zahlreiche Wale für sein so genanntes Forschungsprogramm.
Umweltschützer werfen Japan den Bruch internationaler Abkommen vor. "Es ist unverantwortlich, geschützte Wale in einem Walschutzgebiet zu jagen", sagte Nicolas Entrup, Sprecher der Whale and Dolphin Conservation Society (WDCS) Deutschland. Die internationale Walfangkommission (IWC) habe "mit gutem Grund ein kommerzielles Walfangverbot erlassen und die Antarktis zum Walschutzgebiet erklärt. Diese Tiere sind gefährdet", sagte Entrup.
Zudem werde die Zahl von 760 000 Zwergwalen seit zwei Jahren auch vom Wissenschaftsausschuss der IWC nicht mehr anerkannt. "Die tatsächliche Zahl dürfte weit geringer sein", sagte Entrup. Das von japanischen Feinschmeckern als Delikatesse begehrte Fleisch der Meeressäuger wird auf dem freien Markt verkauft - nach offiziellen Angaben, um damit die Kosten für die Walforschung zu finanzieren. Tokio gibt vor, gegen keine rechtlichen Bestimmungen zu verstoßen.