US-Forscher: Es droht ein globaler Verkehrs- und Umweltinfarkt
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Der Welt droht der Verkehrs- und Umweltinfarkt, sollten in den kommenden Jahren keine neuen Konzepte für den Personen- und Warentransport entwickelt werden. Zu diesem düsteren Ergebnis kommt eine aktuelle Studie des Massachusetts Institute of Technology (MIT).
"Zuviele Autos und zuwenig Straßen" - auf diesen Nenner bringen die Wissenschaftler in der Untersuchung "Mobility 2001" die Verkehrssituation in den meisten Industrieländern. Wer es sich leisten kann, wohnt in ruhigen Vororten mit wenig öffentlichen Verkehrsmitteln und pendelt mit dem Auto auf verstopften Straßen in die Stadt. Auch in Innenstädten mit gut ausgebautem Nahverkehr stellt das Auto immer noch das Haupttransportmittel dar. Der Straßenbau stagniert, da Umweltschutzgründe dagegen sprechen. Ältere Mitbürger werden ausgegrenzt, da sie mit der autofixierten Gesellschaft nicht mehr Schritt halten, haben die Forscher festgestellt.
In der Dritten Welt stellt sich die Situation noch gravierender dar. Im Jahr 2015 werden die Entwicklungsländer die Industrienationen beim Ausstoß verkehrsbedinger Treibhausgase erstmals überrunden, prophezeien die Wissenschaftler. Das rasante Bevölkerungswachstum, die zunehmende Verstädterung und steigende Einkommen kurbeln den Autokauf an. Neu entstehende Mega-Städte investieren nicht in öffentliche Verkehrsmittel. Die Folge: ständige Staus, Schäden für Wirtschaft und Umwelt und wachsende Sicherheitsprobleme.
Studien über die Umweltauswirkungen des Verkehrs konzentrieren sich gewöhnlich auf das Thema Treibhausgase und Klimaänderung. Aber auch der Bau und die Nutzung von Straßen, Brücken, Flughäfen und Hafenanlagen schädigt Ökosysteme und fördert das Aussterben von Tieren und Pflanzen, geben die MIT-Forscher zu bedenken. Die Schäden seien größer als gemeinhin angenommen. Unterschätzt würden auch die Umweltschäden, die der Luftverkehr anrichtet. Flugzeuge seien für acht bis zwölf Prozent aller verkehrsbedingten Kohlenstoff-Emissionen verantwortlich. Da die Kohlenstoffe in großer Höhe emittiert werden, sind die Auswirkungen auf die globale Erwärmung aber doppelt so stark, wie am Boden, so "Mobility 2001".
Um den drohenden Verkehrs- und Umweltinfarkt abzuwenden, sind Fahrzeughersteller, Politik und Bürger gleichermaßen in der Pflicht, so die MIT-Forscher. Technologische Fortschritte allein könnten den Kollaps nicht aufhalten.
"Mobility 2001" ist der erste Teil einer dreijährigen Studie, die vom World Business Council for Sustainable Development (WBCSD) finanziert wird. 150 internationale Unternehmen wollen im Rahmen des Councils für das Jahr 2030 Konzepte für umweltverträgliche Mobilität schaffen.