Frühe Seekuh hatte noch keine Flossen
Quelle: bild der wissenschaft online
Eine neu entdeckte ausgestorbene Seekuh-Art, der Pezosiren portelli, besass im Gegensatz zu den heutigen Seekühen noch gut entwickelte Vorder- und Hinterbeine mit denen er sich auch an Land bewegen konnte. Wahrscheinlich lebte aber auch diese Seekuh hauptsächlich im Wasser und bewegte sich durch wellenartige Körperbewegungen und gleichzeitiges paddeln mit den Hinterbeinen fort.
Seekühe wie die Manatis oder die Dugongs leben ausschließlich im Wasser. Ihre Körper sind gut an diesen Lebensraum angepasst. Im Laufe ihrer Entwicklung haben sich ihre Hinterbeine zurückentwickelt und ihre Vorderbeine nahmen eine flossenähnliche Gestalt an.
An dem auf Jamaica entdeckten Fossil konnten die Wissenschaftler um D. P. Domning von der Howard University gut die körperlichen Veränderungen studieren, die bei der Anpassung vom Landleben an das Leben im Wasser stattfanden. Pezosiren portelli war etwa zwei Meter lang, hatte einen kurzen Hals, einen tonnenförmigen Rüssel, kurze Beine und einen Schwanz.
Der Schwanz war etwas abgeflacht und hatte die Form eines Otterschwanzes. Wahrscheinlich schwamm Pezosiren auch so ähnlich wie die Otter indem er seinen ganzen Körper wellenförmig bewegte und außerdem mit den Hinterbeinen paddelte. Die heute lebenden Seekühe dagegen haben einen kräftigen, abgeflachten Schwanz, mit dem sie sich durch das Wasser bewegen.
Den fünfzig Millionen Jahre alten Fossilienfund haben die Forscher in der neuesten Ausgabe des Wissenschaftsmagazins Nature beschrieben (Ausg. 413, Nr. 6856, S. 625).